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Augustiner-Chorherrenstift (Altes Schloss)

Sakrale Bauten auf Herrenchiemsee

 

Bild: Wandgemälde

Wandgemälde im Prälaturstock mit Ansicht der barocken Stiftsanlage auf der Herreninsel, um 1770 (Ausschnitt)

 

Stiftskirche und Kathedrale (nicht zugänglich)

 

Von 1979 bis 1989 fanden auf der Herreninsel archäologische Grabungen statt, die vermuten lassen, dass die erste Klosteranlage am Platz der jetzigen Stiftsgebäude bereits im frühen 7. Jahrhundert (vor 629) gegründet wurde. Fragmente von Chorschrankenanlagen1 bezeugen eine künstlerisch hochwertige Ausstattung der karolingischen Klosterkirche.

 

Bild: Steinfiguren: St. Augustinus, St. Sixtus und St. Sebastian

St. Augustinus (Original), St. Sixtus und St. Sebastian (Kopien);
Steinfiguren von der Westfassade des Doms, Georg Pämer, 1677/78.
Die Figuren stehen heute im kleinen Klosterhof.

Die St. Salvator, dem göttlichen Erlöser, geweihte Abtei wurde im Hochmittelalter durch ein Augustiner-Chorherrenstift abgelöst, dessen Kirche mit den Patronen Sixtus und Sebastian 1131 konsekriert werden konnte. Seit 1215 diente das Gotteshaus auch als Kathedrale der Chiemseebischöfe. Umbauten der romanischen Kirche mit ihrer Doppelturmfassade erfolgten im späten Mittelalter.

Die Domstiftskirche wurde 1676-1679 durch Lorenzo Sciasca (Sciascia) weitgehend neu erstellt. Von Francesco Brenno und Giulio Zuccalli stammte der Stuck, Joseph Eder und Jacob Carnutsch führten die Deckenbilder aus. Heute ist nur noch das Langhaus erhalten. Chor und Türme wurden nach 1807 abgerissen und im Kirchenschiff eine Brauerei eingebaut. In seiner Funktion als Stiftskirche und Kathedrale war das Gotteshaus ein signifikanter Bau des Frühbarock, errichtet in der Tradition der Graubündner Barockmeister.

 

 

Bild: Ehemalige Pfarrkirche St. Maria

Ehemalige Pfarrkirche St. Maria

 

Die Kirche war für die Laien der Klosterpfarrei errichtet worden. Der spätgotische Bau wurde 1469 geweiht, 1630-32 erfolgten Umbau und Neuausstattung. Aus dieser Zeit stammen der frühbarocke Hochaltar (1632) und die Kassettendecke mit Tafelgemälden aus dem Marienleben.

Die Kirche beherbergt außerdem eine wertvolle barocke Orgel von 1668. An der Außenfassade befinden sich Wappensteine von Pröpsten des Augustiner-Chorherrenstifts.

 

Bild: Seekapelle zum Hl. Kreuz

Seekapelle zum Hl. Kreuz (nicht zugänglich)

 

Die Kapelle wurde 1697 am nördlichen Inselufer erbaut. Entwurf wohl von Giulio Zuccalli, Gemäldezyklus von Joseph Eder (1700). Das spätgotische Kruzifix (Kopie) an der äußeren Altarwand stammt aus der Domstiftskirche.

 

1 Chorschrankenanlagen: Funktion dieser mehr oder weniger aufwändig verzierten, in Holz oder Stein ausgeführten und zusätzlich farbig gestalteten Anlagen war es, den Kirchenraum mit den Gläubigen von dem nur den Priestern vorbehaltenen Presbyterium abzugrenzen.

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